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Oberwald-Montreux

Heute habe ich zwei Dinge gemacht, die mir auf Reisen nicht wichtig sind: Tempo und Kilometer. Eigentlich mag ich zwar beide ganz gerne, aber wenn ich mich dafür zu sehr anstrengen muss, verzichte ich lieber.

Nach dem Start in Oberwald sah es erst mal weder nach Tempo noch nach vielen Kilometern aus, denn, wie schon gestern, blies mir der Wind auf die Nase, nur stärker. Es hätte aber auch schlimmer sein können, denn immerhin ging es hin und wieder bergab. Als ich mich schliesslich doch bis nach Bellwald gekämpft hatte (wo ich als Pause den Fluss zu Fuss auf einer Hängebrücke überquerte) setzte sich endlich das Gefälle gegen den Wind durch und ich sauste ins Tal hinunter. Dort, in Brig, angekommen, hatte der Wind plötzlich seine Richtung gedreht und wehte mir nun mit mindestens gleicher Kraft in den Rücken. Von jetzt an war segeln angesagt! So viel Spass hat Geradeausfahren noch nie gemacht.

Mit diesem Öko-Motor fuhr ich locker an Sion vorbei und malte mir schon aus, es bis Lausanne schaffen zu können. Leider begann aber der Wind etwa ab Martigny nachzulassen, wohl da dort die Rhone und damit auch meine Route einen 90° Knick machen und weiter in Richtung Nordwest verlaufen. Spätestens auf Höhe des malerischen Dörfchens Saint-Maurice war er dann ganz weg. Ausserdem wurde es kühler. Dann eben nicht Lausanne. Immerhin bis Montreux habe ich es geschafft und bin in einer Absteige untergekommen. Und das für fast 30 Franken mehr als für das gute Hotel Krüzli von gestern in Sedrun. Das Frühstück am nächsten Morgen stellte sich dann als ganz ok heraus. Ausserdem war der Typ von der Reception sehr nett.