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Spoleto-Perugia

Heute begann ich den Tag wieder mit Sightseeing. Ich war ja am Vortag im Dunkeln in Spoleto angekommen und hatte deshalb noch nicht viel von der Stadt gesehen. Deshalb nahm ich mir am Morgen viel Zeit, um die Sehenswürdigkeiten abzuklappern und ziellos in der Altstadt rumzukurven. Besonders gefallen hat mir der Ausblick auf die Kathedrale. Deshalb habe ich ein älteres Paar gebeten, mich vor dieser Aussicht zu fotografieren. Obwohl sich der Herr richtig ins Zeug gelegt hat, ist kein wirklich gutes Foto herausgekommen.

Nach dem kulturellen Teil fuhr ich los, um den Anfang des offiziellen Fahrradwegs Spoleto-Assisi zu finden. Wegen zahlreicher Einbahnstrassen und Treppen, war das gar nicht so einfach. Trotzdem fand ich mich irgendwann auf dem Weg, der zu einem grossen Teil auf einem Damm einem Fluss entlang führte. Da die Route völlig flach verlief, konnte ich durch die Herbstlandschaft mit ihren gelben bis roten Reben, ordentlich Gas geben. Im hübschen Dorf Bevagna machte ich den ersten richtigen Halt und liess mir auf der Piazza bei einem Cappuccino die Sonne ins Gesicht scheinen. Neben mir diskutierte ein Paar auf Englisch, ob eine Veloreise was für sie wäre, mit dem Ergebnis, dass sie das wohl zu anstrengend fänden. Stolz stempelte ich die beiden gleich als Couchpotatoes ab.

Nach Bevagna ging es flach weiter bis die Strasse kurz vor Assisi steil anstieg. Wenigstens hat man so die Höhenmeter schnell hinter sich. Angespornt durch die üblichen fünf Lieder von System Of A Down erreichte ich die Pilgerstadt gut gelaunt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ortschaften auf dieser Reise wimmelte es hier von Touristen. Ich empfand die Atmosphäre ähnlich wie in Santiago de Compostela. Jedenfalls ist Assisi ein sehr schöner Fleck Erde und, wenn einen die Pilger und die skurrilen Singszenen und Gottes-Anflehungen vor der Kathedrale nicht stören, auch auf jeden Fall ein Ziel für einen Tagesausflug. Wie schon in Spoleto, ist die Kathedrale so gelegen, dass man einen grossartigen Ausblick darauf hat.

Obwohl die Sonne schon fast untergegangen war, wollte ich bis Perugia weiter fahren. Deshalb sauste ich schnell den Hügel hinunter und fuhr auf einer Nebenstrasse, die parallel zu einer autobahnähnlichen Schnellstrasse verlief. Hier machte sich die vorgängige Routenplanung mal wieder bezahlt. Wie fast alle schönen Ortschaften in Umbrien, liegt Perugia auf einem Hügel, auf den ich mich zum Ende der Etappe hochquälen durfte. Auch hier war die Strasse wieder ungewohnt steil, wie in Assisi. Kurz nach dem Ortseingang hielt ich an, um mittels Internet eine geeignete Bleibe aufzutreiben.

Im Hotel angekommen, merkte ich, dass ich gar nicht besonders erschöpft war. Anders als an den Vortagen, stürzte ich mich nicht sofort in die Dusche sondern packte gemütlich aus. Dies lag wahrscheinlich daran, dass heute ein besonders warmer Tag gewesen war.