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Sils Maria-Chur

Nach ausgiebigem Schlemmen vom Frühstücksbuffet des Hotels Seraina in Sils sattelte ich meinen Lastesel und brach auf zur letzten Bergetappe. Das Wetter war herrlich und für 1800m.ü.M und die Jahreszeit war es gar nicht mal so kalt. Die Poebene im Nebel hatte sich kälter angefühlt.

Vorbei am Silvaplanasee und an St. Moritz rollte ich talabwärts. Eigentlich hatte ich dem Inn Radweg folgen wollen aber da dieser durch eine Baustelle in Celerina blockiert war, folgte ich der alten Hauptstrasse. Dies stellte sich als glückliche Fügung des Schicksals heraus denn die Strasse führte mitten durch die malerischen Dörfer. Nur nach dem Passieren von Bever war die Route nicht ganz optimal, da die Strasse plötzlich aufhörte und durch ein Bahngleis abgeschnitten wurde. Nachdem ich das Fahrrad über die Geleise geschleppt hatte, ging die Fahrt weiter bis zum nächsten Dorf, La Punt, wo ich die Abzweigung zum Albulapass nahm. Gleich am Anfang der Passstrasse ging es ziemlich zur Sache, vielleicht hiess das Haus am Strassenrand deshalb „Chesa Staila“. Der Aufstieg war so schweisstreibend, dass ich zum ersten Mal seit dem Überqueren des Apennin nur noch eine Schicht Kleidung brauchte. Schon verrückt, das Novemberwetter dieses Jahres. In Serpentinen ging es gleichmässig steil den Berg hoch und immer wieder schaute ich auf das Handy um die aktuelle Höhe zu prüfen. Meist waren nur 20 Meter mehr als beim letzten Mal auf dem Display. Schliesslich erreichte ich den ersten Schnee und bald darauf die Passhöhe, wo ich mich für die Abfahrt so gut es ging einpackte.

Abgesehen von den kalten Fingern und Füssen kam ich wohlbehalten in Bergün an wo ich mir zum Aufwärmen Pizzoccheri gönnte. Danach konnte ich noch weitere 500 Höhenmeter ins Tal bis Alvaneu heruntersausen von wo es bis Valbella gleich wieder 600m bergauf ging. Ich hätte auch in einem grossen Bogen um den Berg herum nach Chur fahren können statt über Valbella aber Ridewithgps, mein Routenplaner, hatte die Route über den Berg vorgeschlagen. Schon nach den ersten paar hundert Metern war ich sehr froh darüber denn was die Alpen anbelangt war die Strecke von Alvaneu bis Lenzerheide etwas vom schönsten der Tour. Natürlich trug auch die Abendsonne zum schönen Anblick bei. Fast traurig, dass der schöne Aufstieg nun vorbei war, packte ich mich in Valbella nach einem kurzen Imbiss erneut ein und wurde mit einer rasanten Abfahrt nach Chur und im Hotel mit einer warmen Dusche belohnt.