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Ferrara-Mantova

Der Tag begann wieder mit Nebel, aber nur Hochnebel, also wenigstens gute Sicht. Die Route würde entlang des offiziellen Po-Velowegs “Destra Po” verlaufen. Ein wenig ausserhalb von Ferrara führte der Radweg entlang eines Kanals durch eine nicht enden wollende Allee. Mir war nach Singen zumute und mein Unterbewusstsein hatte sich das Lied “Hallelujah” ausgesucht. Nachdem ich die erste und einzige mir bekannte Strophe gefühlte 100 Mal wiederholt hatte, schlug ich mit dem Handy den Liedtext nach, natürlich während der Fahrt. So konnte ich endlich mein Publikum, das aus Vögeln und anderem Getier bestand, mit weiteren Strophen beglücken.

Später verlief der Weg auf einen Damm, auf dem es bis Mantova hätte weitergehen können, wenn ich nicht für einige Abkürzungen und das Mittagessen den Weg ab und zu verlassen hätte.

An einer Stelle hielt mich ein netter älterer Herr an und wollte einiges zum Woher und Wohin wissen. Er gratulierte und klopfte mir zum Abschied auf die Schulter.

Ab und zu schien nun sogar die Sonne durch den Hochnebel. Bis Mantova schaffte sie es, sich fast komplett durchzusetzen, so, dass ich im fahlen Sonnenlicht durch die Altstadt kurven konnte, bevor ich in meinem Hotel eincheckte. Dieses stellte sich als bisher übelste Absteige meiner Italientour heraus: Gleich beim Eintreten ins Zimmer war der Gestank von Zigarettenrauch nicht zu überriechen und nach einiger Zeit im Zimmer brannten sogar die Augen. Zum Glück sind beim Schlafen die Augen zu. Ausserdem war es ziemlich kühl im Zimmer.

Am Abend gönnte ich mir zwei Biere im Irish Pub. Schon seit einigen Tage hatte ich Lust auf ein solches gehabt, da ich mich nach einem gemütlichen Lokal sehnte. Die üblichen italienischen Bars sind ja nicht gerade der Inbegriff der Gemütlichkeit.